Weihnachten bis zum Umfallen: das FLUGPLATZ-Weihnachts-Alphabet

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Willkommen in der Adventszeit, der Zeit, in der nicht nur der Weihnachtsmann dem Burn-Out nahe ist. Unsere FLUGPLATZ-Autorinnen haben Wissenswertes rund ums Fest zusammengetragen.

Von Ines Kunze, Annabelle Wegner, Sophia Juraschitz

A wie Adventskranz

Vor rund 150 Jahren hatte Johan Hinrich Wichern – Theologe, Sozialpädagoge und Leiter eines Kinderheims – als wohl erster die famose Idee: Er wollte armen Waisen eine Freude in der Weihnachtszeit machen und befestigte 24 Kerzen an einem großen Holzreifen. Jedes Heimkind durfte einmal eine Kerze anzünden. An Weihnachten leuchteten schließlich nicht nur alle Kerzen, sondern auch die Augen der Kinder. Die Idee wurde von immer mehr Familien aufgegriffen, etwas vereinfacht, so dass es irgendwann nur noch vier anstatt 24 Kerzen waren.

 

B wie Buchhandel

Um Weihnachten machen Buchhändler rund ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Allerdings wird mittlerweile immer mehr online gekauft, das schadet lokalen Geschäften. Überlegt daher lieber zweimal: Ist es nicht schöner, den neuen Bestseller beim Buchhändler deines Vertrauens direkt um die Ecke zu kaufen, als bei irgendeinem anonymen Online-Großhandel?

 

C wie Coca-Cola

Der Weihnachtsmann sei eine Erfindung des beliebten Getränkeherstellers, so hört man immer wieder. Ist das wirklich so? Nein! Niederländische Auswanderer etwa brachten schon im 17. Jahrhundert einen „Sinterklaas“-Brauch mit nach Nieuw Amsterdam (heute: New York). Aus Sinterklaas wurde im Laufe der Jahre der amerikanische Santa Claus.

 

D wie Discounter

Normalerweise haben Supermärkte an einem Sonntags-Heiligabend ein Sonderrecht, nach dem sie bis 14 Uhr geöffnet haben dürfen. Dieses Jahr aber haben Aldi und andere beschlossen, es nicht zu nutzen, und bleiben geschlossen. Immer mehr Discounter schließen sich Aldi an und wollen an diesem Tag nicht öffnen.

 

E wie Engel

Die bekanntesten Engel sind vermutlich Michael, Gabriel, Raphael und Uriel. Allerdings verlieren Engel in unserer heutigen Welt abseits vom Kitsch immer mehr an Bedeutung – so dass heute vermutlich der gelbe ADAC-Engel am meisten Popularität genießt: 20 Millionen Mitglieder hat der Club.

 

F wie Feiertag

In Südkorea, Bangladesch und auch Indonesien ist Weihnachten ein gesetzlicher Feiertag. Obwohl Christen dort nur acht Prozent der Bevölkerung ausmachen, ist das Fest auch dort bei Nicht-Christen sehr beliebt und auch in Singapur ein gesetzlicher Feiertag. Die berühmte Einkaufsstraße „Orchard Road“ dort ist von Anfang November bis Anfang Januar weihnachtlich dekoriert.

 

G wie Geschenke

Umfragen zufolge haben die meisten Deutschen vor, 2017 Gutscheine oder Geld zu schenken. Das geht schnell, aber kreativ ist das ja nicht unbedingt. Vielleicht fällt Dir ja was Besseres ein?

 

H wie Holz

Bei Brennholz unterscheidet man zwischen bereits trockenem und frischen Holz, das trockene liegt oft bei über 60 Euro und das frische bei knapp 50 Euro je Schüttraummeter. Lohnt sich also, das Holz selbst einzulagern und zu trocknen.

 

I wie Iran

Genauso wie viele Christen im Iran das persische Neujahrsfest Nouruz mitfeiern, haben auch viele muslimische Familien das Weihnachtsfest übernommen – und feiern es als ein Familienfest. Weihnachten wird dort am 6. Januar gefeiert, da die Mehrheit der Christen der armenisch-orthodoxen Kirche angehört.

 

J wie Jerusalem

Eine Stadt, drei Religionen. Christen, Muslime, Juden haben eine besondere Verbindung zu Jerusalem. Das „Jerusalem-Syndrom“ ist der Wahn von Reisenden, dass ausgerechnet man selbst in Jerusalem an etwas Heiligem teilhat. Kommt selten vor.

 

K wie Kirche

Was wäre Weihnachten ohne den Gottesdienstbesuch mit heulenden Babys, überfüllten Reihen und schlechter Luft? Diese Entscheidung spaltet die Deutschen: Laut einer Umfrage planen etwa 48 Prozent, an Heiligabend die Kirche zu besuchen – die andere Hälfte bleibt dem Gottesdienst fern.

 

L wie Lieder

„Laaast Christmas, I gave you my heart“: Wer schon genervt auf diese Zeilen reagiert, sollte sich für die Weihnachtszeit besser mit Ohropax ausrüsten. Am liebsten mögen die Deutschen laut Umfragen nach wie vor den Klassiker „Stille Nacht, heilige Nacht“. Welches der heute beliebten Lieder nun das älteste ist, ist unklar. Die größte Chance auf den Titel hat wohl „Vom Himmel hoch“ von Martin Luther.

 

M wie Märkte

Dichtes Gedränge, der Duft von gebrannten Mandeln in der Luft, Weihnachtsgedudel aus jeder Richtung und in der Hand einen Pfandbecher Glühwein – ohne Weihnachtsmärkte würde einem schon etwas fehlen. Der Tübinger Weihnachtsmarkt öffnet dieses Jahr vom 15. bis 17. Dezember. Davor können sich die Tübinger erstmal auf ihr einzigartiges Schokofestival – „Chocolart“ – freuen.

 

N wie Nikolaus

Um den Heiligen Nikolaus von Myra ranken sich viele Legenden. So habe er Tote zum Leben erweckt und soll schon bei seinem ersten Bad aufrecht gestanden haben. Die Tradition, an seinem morgigen Namenstag Schuhe vor die Tür zu stellen, um sie mit Süßigkeiten füllen zu lassen, stammt von einer dieser Legenden. Ihr zufolge hatte ein armer Mann nicht genug Vermögen für die Mitgift seiner Töchter. Um sie vor der Prostitution zu retten, soll der Heilige Nikolaus über mehrere Tage hinweg heimlich nachts Gold durch das Fenster der Töchter geworfen haben.

 

O wie Osterhasen

Während wir uns in Schnee und Lametta hüllen, rollen in den Schokoladenfabriken schon wieder die Osterhasen vom Band. Die Legende besagt, dass die nicht verkauften Weihnachtsmänner zu Osterhasen umgeschmolzen werden … Stimmt’s? Natürlich nicht, die nicht verkauften Exemplare landen selbstverständlich in der FLUGPLATZ- Redaktion!

 

P wie Pdingsbums

Petrus? Paulus? Wer war nochmal wer? Wir haben’s nachgeguckt: Paulus verfolgte erst Jesus‘ Anhänger – Jesus selbst begegnete er nie –, schloss sich ihnen dann aber an und wirkte als Apostel. Viele seiner Schriften begegnen uns im Neuen Testament. Auch Petrus war Apostel und gilt als Sprecher der Jünger, verleugnet Jesus aber im entscheidenden Moment.

 

Q wie Quantität statt Qualität

Was einmal als christlicher Feiertag begonnen hat, steht heute für Konsum en masse und den größten Umsatz des Jahres für den Handel. Aber mal ehrlich: Wer würde Weihnachten ohne Geschenke feiern?

 

R wie Rudolph the red-nosed reindeer

Woran denkt man neben der leuchtend roten Nase noch, wenn es um die Rentiere geht, die den Weihnachtsschlitten jedes Jahr über den Himmel ziehen? Richtig, an die Geweihe! Ginge es danach, müsste Rudolph aber eigentlich Rudolpha heißen: Männliche Rentiere haben ihre Geweihe zur Weihnachtszeit schon längst abgeworfen! Weibliche behalten ihre noch bis zum Frühjahr.

 

S wie Sommer

Wann wurde Jesus wirklich geboren? Dass es tatsächlich der 25. Dezember des Jahres 0 war, gilt als unwahrscheinlich. 2008 behauptete eine Gruppe von australischen Astronomen, das wahre Geburtsdatum ermittelt zu haben: Eine Annäherung von Venus und Jupiter sei das Geheimnis hinter dem Stern von Bethlehem. Die fand allerdings nicht im tiefen Winter statt, sondern am 17. Juni im Jahre 2 vor Christus.

 

T wie Tiertötungen

Auch wenn Weihnachten als Fest der Liebe gilt, hört das Mitgefühl bei den meisten Menschen auf, wenn es ums Essen geht: Jedes Jahr rückt mit der Weihnachtszeit für tausende Tiere ihr Todesdatum näher.

 

U wie Ursprung

„Es begab sich zu einer Zeit …“ Wer kennt sie nicht, die Krippenspiele, bei der manch einer einen ersten Bühnenauftritt feiern konnte! Im Mittelalter begann die Tradition als „Weihnachtsspiel“, damals kam auch noch die Vertreibung aus dem Paradies darin vor.

 

V wie Vielfalt der Traditionen

Wer denkt, Weihnachten werde überall gleich gefeiert, der irrt sich. In Spanien zum Beispiel findet die Bescherung erst am 6. Januar statt. Dazu ziehen die Heiligen Drei Könige in karnevalsähnlichen Umzügen durch die Gegend und verteilen Süßigkeiten. In den letzten Jahren bestimmen oft aktuelle Trends das Motto, wie etwa „Die Schöne und das Biest“.

 

W wie: Wie viele tausend Kalorien zum Teufel hat eigentlich ein Schokoweihnachtsmann?

So richtig gesundreden kann man sie sich nicht: Stolze 1113 Kalorien haben etwa die 210 Gramm- Weihnachtsmänner von Milka. Im Vergleich: Eine Pizza Margherita kommt bei demselben Gewicht auf rund 400 Kalorien. Um das Ganze wieder abzubauen, wären 106 Minuten Joggen oder ein ausgedehnter Weihnachtsspaziergang von 333 Minuten nötig. Guten Appetit!

 

Y wie YMCA

YMCA kennen die meisten bloß als Party-Evergreen – und können die dazugehörigen Moves auch noch halb-nüchtern hinlegen. Aber wer weiß, dass die Buchstaben für „Young Men’s Christian Association“ stehen? Weihnachten wird da übrigens auch gefeiert.

 

X Wieso eigentlich X-Mas?

Entgegen dem weitverbreiteten Glauben, das „X“ würde für das Kreuz Jesu stehen, lässt sich der Ausdruck auf antik-griechische Schreibweisen zurückführen. Dort wurde der Begriff für „Christos“, der mit X anfing, auch als „X“ abgekürzt. So wurde aus dem englischen „Christmas“ schon früh ein „X-Mas“. In Deutschland wurde „X-Mas“ zum „überflüssigsten und nervigsten Wort des Jahres 2008“ gewählt. Ob das die alten Griechen nachvollziehen könnten?

 

Z wie Zurück zu den Wurzeln

Viele Exil-Tübinger zieht es an Weihnachten wieder heim. Doch das bedeutet nicht nur besinnliches Beisammensein mit der Familie: Rund um den 24. Dezember kann in Butterbrezel, Top Ten und Schwarzem Schaf mit alten Freunden auch ohne Weihnachtsbaum ein frohes Fest gefeiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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