Warum dürfen Fußballer nicht schwul sein?

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Ein Coming-out ist heutzutage zum Glück kein Tabubruch mehr und wird größtenteils toleriert. Doch outet sich ein Fußballspieler, sieht die Sache ganz anders aus – Toleranz Fehlanzeige. Warum dürfen Fußballspieler nicht schwul sein? Warum dauerte es so lange, ehe sich mit Thomas Hitzlsperger ein prominenter Fußballspieler an die Öffentlichkeit traute?

Und warum war das dann ein so großes Thema in den Medien?

Vielleicht liegt der große Unterschied zwischen dem Outing eines Bürgermeisters und eines Fußballstars darin, dass in einem Bürgermeister nur sehr wenige ein Idol sehen. Im Vordergrund steht seine Arbeit, nicht sein Privatleben, während ein Fußballstar als Poster im Zimmer jedes Fußballfans hängt und eine Vorbildfunktion hat. Schade, dass unsere Toleranz nur so weit reicht, wie wir keine emotionale Bindung zu der Person haben. Zumal Fußball ein Sport ist, in dem Homophobie verbreitet ist. Schwulenfeindliche Fangesänge sind kein Einzellfall.

Auch mit dem Rückhalt der Mannschaft darf man als Schwuler nicht rechnen, so sieht das sogar der ehemalige Teamkollege Jens Lehmann, der ein Outing in einer Mannschaft für undenkbar hält.

Zum Glück gibt es auch erfreuliche Gegenbeispiele, zum Beispiel den lesbisch-schwulen Fanclub „Die Meenzelmänner“ aus Mainz. Sie setzten mit dem größten stadioninternen Regenbogen, bestehend aus Fans, die farbige Blätter in die Luft hielten, ein Zeichen, dass Homophobie bei einem Fußballspiel nichts zu suchen hat. Auch das Outing von Thomas Hitzlsperger war ein Schritt in die richtige Richtung, und so bleibt nur zu hoffen, dass die sexuelle Orientierung im Fußball bald keine Rolle mehr spielt.

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Marvin Graewert

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