Warum diese Petition viele Menschen verachtet und diskriminiert

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Ich dachte immer, ich sei ziemlich tolerant. Doch gegenüber Menschen, die andere verachten und diskriminieren, kann und will ich nicht mehr tolerant sein. Und es sind über 190 000, die die Petition gegen die Leitlinien des Bildungsplans unterzeichnet haben.

Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention & Gesundheitsförderung sowie Verbraucherbildung: Das sind die fünf Leitlinien des neuen Bildungsplans, die unter dem Aspekt der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ umgesetzt werden sollen.

Liebe kennt kein Geschlecht

Plakat auf der Demo gegen Homophobie am Samstag in Stuttgart.
Bild: Schweizer

Wenn ich mir die Petition und die Kommentare dazu genauer anschaue, kommen mir einige Passagen darin sehr bedenklich und menschenverachtend vor. Da wird vom „Aussterben der Menschheit“ gesprochen, von moralischer und ideologischer „Umerziehung“, „Schwulenpropaganda“ und „abnormalen Homosexuellen“. Hallo? Merken die Unterzeichner/innen denn nicht, dass sie damit Menschen verletzen, Nachbarn, Freunde, eventuell gar jemanden aus der eigenen Familie? Und meist steht in den Kommentaren, dass man selbst ja kein Problem mit Homosexuellen habe.

Es geht hier nicht um Umerziehung, sondern um Sensibilisierung und Toleranz in unserer Gesellschaft. Und tolerant sind wir nicht. Fußballer, Politiker und Stars outen sich, die moderne Gesellschaft Deutschlands feiert sich für ihre Offenheit und Toleranz. Doch in unseren Schulen beleidigen sich Schüler/innen noch immer als „schwule Sau“ oder „Schwuchtel“. Und sobald es ins Private geht, sind viele von uns nicht mehr tolerant. Man akzeptiere ja sexuelle Vielfalt, aber mein eigenes Kind ist doch nicht schwul!?

Homosexualität ist etwas ganz Normales, auch wenn es nicht so in der Bibel steht. Jesus hätte sich im 21. Jahrhundert sicher auch für Schwule, Lesben und Transgender eingesetzt. Das werden hoffentlich bald auch manch’ eine Partei und die Kirchen verstehen, welche teilweise immer noch an ihrem rückwärtsgewandten und weltfremden Gesellschaftsbild festhalten. Wie fand ich vor kurzem einen Spruch auf einem der vielen Aufkleber in Tübingen, auf dem stand: „Fickt euch doch alle.“ Homophobie darf in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben!

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  • Rafael

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