Und hinten steht der Stylist

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0349r14Von lustigen, unbedachten und richtig bösen Pannen

Wer kennt sie nicht, die Lacher oder Versprecher von Journalisten? Ein Medienjahr in Fernsehen, Rundfunk und Zeitung ohne Pannen gibt es nicht! Doch wie kommen Pannen zustande, und was macht man dann?

Zuallererst muss man zwischen Panne und Panne unterscheiden, denn es gibt die, über die wir lachen, weil es ein Missgeschick war oder ein lustiger menschlicher Fehler. Und dann gibt es noch die Pannen, die einfach nur ein No-Go sind.Im Fernsehen, bei Nachrichtensprechern oder Reportern kommt es häufig zu Versprechern oder Lachanfällen, die nicht mehr aufhören wollen, oder der altbekannte Make-up-Stylist steht noch im Bild. Diese Pannen kann jeder professionelle Journalist überspielen oder sich höflich entschuldigen und seriös weitermachen. Genau dasselbe bei den Radiosprechern. Für den Zuhörer und Zuschauer lustig, für den jeweiligen Sprecher ein menschlicher Fehler, der jedem Profi auch mal passieren kann.

In allen Zeitungen – auch den großen – kommt es vor, dass man sich mal verschrieben und die Korrektur den Fehler ebenfalls überlesen hat. „Dann kommt am nächsten Tag ein kleiner Infokasten, der zum Beispiel eine falsche Uhrzeit berichtigt“, verrät uns die Chefin vom Dienst bei der „Zeit“, Iris Mainka. Meist passieren solche Pannen auch durch Zeitdruck oder es sind schlichtweg Tippfehler, die man einfach überliest. Die „Zeit“ war übrigens das einzige Blatt, das auf unsere Anfrage reagiert hat: Etliche andere große Zeitungen meldeten sich auf die FLUGPLATZ-Mail hin gar nicht.

Kommt es aber mal dazu, dass man eine Person falsch darstellt oder etwas zitiert, was derjenige nie gesagt hat, muss die Zeitung eine Gegendarstellung veröffentlichen. Was genau ist aber eine Gegendarstellung? Jeder der sich in seinem Persönlichkeitsrecht angegriffen fühlt, hat Anspruch darauf – so ist es im Pressegesetz geregelt. Dies gilt aber nur, wenn in einem Medium falsche Tatsachen behauptet wurden – also beispielsweise nicht, wenn ein Kritiker ein Konzert als schlecht beurteilt hat.

Die Gegendarstellung kann vom Betroffenen geschrieben, unterzeichnet und bei Printmedien innerhalb von drei Monaten nach der fälschlichen Behauptung eingereicht werden. Eine Gegendarstellung darf aber nicht mit einer Berichtigung verwechselt werden, denn eine Berichtigung ist zum Beispiel der vorhin erwähnte Infokasten.

Was ist aber, wenn eine Panne schwerere Folgen hat? Zum Beispiel eine Anzeige eines Energieversorgers für Gas auf derselben Seite wie ein Artikel über Ausschwitz – erschienen in der Landeszeitung Lüneburg. So eine Sache schulterzuckend zu belächeln, würde dem Image einer Zeitung noch mehr schaden als die falsche Anzeigenplatzierung selber. In diesem Fall hat sich die Zeitung entschuldigt. Solche Pannen können nur passieren, wenn nicht genau geklärt wurde, wo was platziert wird in der Zeitung.

Es gibt eben solche und solche Pannen. Sie können von der Redaktion noch bemerkt werden, oder die Leser machen darauf aufmerksam. Danach kann eine Zeitung eine Berichtigung oder eine Gegendarstellung veröffentlichen. Pannen passieren eben mal und sind menschlich, doch manchmal sollte man eventuell ein paar mehr Augen Korrektur lesen lassen.

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