The Boss Hoss beim Rottenburger Sommer Open Air

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Boss Hoss in Rottenburg. Bild: Erich Sommer

The BossHoss in Rottenburg. Bild: Erich Sommer

Wenn man sich am vergangenen Donnerstag in der Nähe des Eugen Bolz Platzes in Rottenburg aufhielt, fielen einem die vielen Menschen mit den verschiedensten Cowboyhüten auf dem Kopf auf. Später dann hallte lautstarke und rockige Countrymusik in den Straßen wieder: Die  Band The BossHoss spielte  beim Rottenburger Sommer Open Air.

Vor den weiteren fünf Bandmitgliedern sind die Sänger „Boss Burns“ und „Hoss Power“ (bürgerlich: Alec Völkel und Sascha Vollmer) die Gesichter der Band. Neben ihren Cowboyhütten und dem Country-Stil, der sich in ihrer Musik wiederspiegelt, sind die beiden Leadsänger auch durch die TV-Serie „The Voice of Germany“, bei der beide in der Jury saßen, bekannt geworden. Das Publikum in Rottenburg war Mitte zwanzig aufwärts – dabei kam der größte Teil  „aus dem Ländle“ – und das „was gut so“, wie Sascha Vollmer von der Bühne aus erfragte. Er begleitete während des Konzertes die meisten Songs mit der Gitarre.

Etwas verspätet, mit dem Lied „Wait for me“, begannen The BossHoss ihr Programm. „Alle!“, schrien Sie und das Publikum von rund 3200 Leuten stimmte in die tiefen Töne der Cowboys ein. Herausragend waren Posaune, Trompete und Tenorsaxophon. Aufgestellt wie Backgroundsänger, begleiteten sie das Konzert mit kleinen synchronen Einlagen – und in engen Cowboyhosen, die nicht selten durch auffällige Gewänder samt riesen Sombrero-Hut ersetzt wurden.

„Wir wollen nur, dass es euch gut geht“, bekräftigte Boss Burns, der sichtlich Spaß auf der Bühne hatte. So bewegte er sein Becken passend zu dem Song „I like I like that“ ,bis zu dem Part in dem das Publikum dran war. Während die Sätze „ … She swings it then she swangs it She brings it, she brangs it …“  ertönten, bewegte sich die ganze Masse von links nach rechts und wieder zurück.

Neben den schon erwähnten Instrumentalisten waren eine Show für sich die Soli des Kontrabasses von André „Guss Brooks“ Neumann und die der Mundharmonika von Malcolm „Hank Williamson“ Arison. Inmitten des rockigen Mundharmonika-Solos war es Boss Burns nicht zu nehmen, ein wildes Headbanging zu vollführen. Nicht zu vergessen Gitarrist Stefan „Russ T. Rocket“ Buehler, der sein Instrument wie seine eigene Pistole hielt und aus der seine eigenen Improvisationen herausschoss.

„Ihr könnt ja auch mal was machen“, schallte es irgendwann von Boss Burns herunter: „Wer kann singen?“. Kurz darauf war das ganze Publikum wieder mal am lauthalsen „OhooOhoHooo!“ grölen. Das war der Band wohl nicht genug Unterstützung, denn wie aus dem Nichts stand plötzlich ein gewisser Benjamin auf der Bühne, der zur Band gerufen worden war und mit seinem hellblauen T-shirt überhaupt nicht dahin passte. Laut der Vorstellung von BossHoss, hätte er sich einfach auf ein kleine Kiste setzten sollen – doch er genoss es als Besucher sehr und machte sein eigenes Ding dort oben.

Dass dieser Auftritt leicht lächerlich war, bemerkte man daran, dass das Publikum unseren Benjamin nicht nachahmte wie von den beiden belustigten Sängern aufgefordert. Und den nächsten Song musste sich Benjamin auch wieder von unten anhören: „Hier kommt ein kleiner Radio-Hit, sind wir selber sehr stolz drauf:  Jolene.“  Natürlich ging das Publikum dabei auf Hochtouren und hörte nicht mehr auf mitzuwippen. Doch das kleine Highlight für die richtigen Fans folgte erst danach, denn zwischen dnr folgenden Songs „Don´t Gimme that“ und „Shake & Shout“ trat Alec Völkel zum veritablen Crowdsurfing über das Rottenburger Publikum an.

Die Zugabe begann mit einem ruhigen Piano Part von Sascha Vollmer, der mit einem Whiskey in der Hand echt entspannt erschien – und ging weiter mit einem Mischmmasch aus vielen Mädchen, die für „Lady DJ“ auf die Bühne geholt worden waren. Schließlich endete die Nacht mit einem: „Thank you very much Rottenburg! Kommt gut nach Hause!“

Nach dem Konzert traf der FLUGPLATZ noch Erica, einen echten The BossHoss-Fan. Erica war eins der Mädels auf der Bühne gewesen – und konnte immerhin ein Selfie mit Sascha Vollmer ergattern. Sie war anderthalb Stunden zum Konzert gefahren – und war total überwältigt. Zudem sprachen wir mit drei angereisten Cowboyhutträgern, Stefan, Simone und Maren, die aus Rottenburg kamen und die gute Stimmung genossen hatten.  Stefan war allerdings der Meinung, es gehe bei dieser Band mehr um Show als um die gute Musik: „Sie zielen auf den Gewinn ab.“

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Stella Reinartz

Geboren bin ich 1998 in Köln, heute wohne ich in Haigerloch und gehe auf die St. Klara Schule in Rottenburg. Ich habe Spaß am Schreiben, daher bin ich nach meinem Praktikum beim "Schwäbischen Tagblatt", beim Flugplatz gelandet. 🙂