LaBrassBanda: Blasmusik trifft Hip-Hop, Reggae und Jazz beim Rottenburger Sommer-Openair

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brassOb bayerischer Blasmusi-Hip-Hop von LaBrassBanda oder Dirty Reggae-Balkan-Funk von der Vorgruppe Pantasonics: Es wurde einiges geboten am zweiten Tag des Sommer-Openair in Rottenburg. Beide Gruppen brachten das Publikum zum Tanzen, Springen und Mitsingen.


Zunächst die Vorgruppe Pantasonics, angereist aus dem nahen Tübingen: Spätzle-Reggae und Balkan-Funk auf Spanisch, Englisch, Deutsch und – ich traute meinen Ohren kaum – auf Hebräisch. Da hieß es in dem Lied für den Bademeister: „Ani lo rozä lirkot levad!“ –  „Ich will nicht alleine tanzen.“ Das mussten sie aber auch nicht. Das Publikum ließ die Pantasonics nicht im Stich und machte trotz des schwülen Wetters jeden Spaß mit. Mit fetzigen Trompetenklängen, Akkordeonmusik und flotten Beats wärmten Pantasonics das Publikum angemessen für LaBrassBanda auf.

Dann traten sie auf: LaBrassBanda. In Lederhosen, ein Trompetenschunkelstück anstimmend. „Mia san dick und schpüin Blasmusi“, so stellte Sänger Stefan Dettl die Band vor. Applaus und begeisterte Pfiffe. Das Publikum konnte es kaum erwarten. Und die Bayern legten sofort los. Auf Bayrisch und in einem Affentempo. Alle Versuche meinerseits, den Text zu verstehen, scheiterten kläglich, und ich gab sie bereits mit dem zweiten Lied auf. Doch dass ich den Text nicht verstand störte keineswegs, der Funke sprang trotzdem über, und bald hüpfte und tanzte ich, Notizbuch und Stift in den Händen, kräftig mit. So wie alle um mich herum. Egal ob jung oder alt, fesche Burschen in Lederhosen oder Männer in Rockerkluft, Frauen in Hippiehosen oder Madels im Dirndl – niemand konnte die Beine oder Arme stillhalten, sondern alle feierten kräftig mit. Daran konnte auch der Regen, der bereits nach dem dritten Stückl einsetzte, zunächst nicht ändern.

Regentropfen, blau angeleuchtet vom Bühnenlicht, einsetzende Dunkelheit, und plötzlich verschwand LaBrassBanda von der Bühne. „Lassen die uns hier im Regen stehen?“, murmelte ein Mann neben mir. Nein, sie wagten sich ebenfalls in den Regen und schlängelten sich munter weiterspielend durchs Publikum. „Dancing in the rain“ auf Bayrisch. Eine Unwetterwarnung hatte eine kurze Unterbrechung zur Folge. Nach gut fünfzehn Minuten ging es weiter: eine Hymne auf den „Bauersbua“, vorgetragen mit bayrischer Bauer-Power von den neun Musikern aus dem Chiemgau, alle in Lederhosen und bärtig. Trompeten, Posaune, Tuba, E-Bass und Gitarre, Percussion und Schlagzeug – Blasmusik trifft auf moderne Musik, auf Hip-Hop, Reggae und Jazz. Neben eigenen bayrischen Songs gab es auch ein, zwei Coversongs: „Catman Joe“ sowie Captain Sensible’s „Wot“.

Ein eigentümliches, aber höchst unterhaltsames Konzert. Gute Laune-Musik, die in die Beine geht. Mal richtig abtanzen? LaBrassBanda garantiert’s. Was die bayrischen Jungs da spielen, ist definitiv keine bayrische Provinzmusik. Das ist Spaß pur!

 

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Ruth Juraschitz

Langsam zähle ich beim Flugplatz doch zu den alten Hasen. Schließlich bin ich seit 2010 dabei. Ich bin 21 Jahre alt, habe 2012 Abitur gemacht und ich liebe es zu schreiben. Deswegen bin ich ja auch beim Flugplatz gelandet.

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