Martin Luthers blaue Enten

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DSC04908 - ArchivbildDer Begriff Zeitungsente meint die absichtliche oder unabsichtliche Falschmeldung einer Zeitung. Zur Wortentstehung gibt es verschiedene Theorien.

Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen „non testatum“ oder dem englischen „not true“ ab, das von deutschen Nachkriegszeitschriften als „n.t.“ abgekürzt wurde. „N.t.“ als umgangssprachliche Abkürzung ist unpraktisch, so wurde daraus eine Ente, eine Zeitungsente.

Diese Erklärung hält der Zeitungshistoriker Martin Welke für falsch. Stattdessen vermutet er, dass die Bezeichnung „Zeitungsente“ eher aus dem Französischen stammt. Es wird der Ausdruck „donner des canards“ („Enten geben“) mit Lügen in Verbindung gebracht. Aus Enten geben könnte so in jüngster Vergangenheit die Zeitungsente entstanden sein.

Zusätzlich dazu berichten die Gebrüder Grimm über Luther, der mit den Worten zitiert wird: „So kömpts doch endlich dahin, das an stat des evangelii und seiner auslegung widerumb von blaw enten gepredigt wird.“ Blaue Enten werden hier zum Sinnbild der Irrlehre und könnten später für Zeitungs-Falschmeldungen übernommen worden sein.

Der „Spiekerooger Inselbote“ ist übrigens nicht für seine Zeitungsenten bekannt: Das Bild hat Angela Wistuba vor zwei Jahren gemacht, als die FLUGPLATZ-Jugendredaktion während der Ferien mit Enten um die Welt reiste und die Urlaubsziele mit einer Badeente dokumentierte.

 

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Moritz Rentzsch

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