„Internetzensur ist eine Art von Faschismus“

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„Das Internet wird nicht abgeschafft, sondern nur kontrolliert.“ Mit diesem Satz verteidigt der türkische Ministerpräsident Erdogan ein Gesetz, anhand dessen Seiten im Internet ohne richterlichten Beschluss gesperrt werden dürfen. Wir haben Erdogan-Gegner gefragt, wie sie die politische Lage beurteilen.

 

Gülsen Gözmen

Gülsen Gözmen

Die heftigen Proteste in den vergangenen Wochen, an denen sich tausende Türken beteiligten, setzen ein Zeichen gegen Internetzensur. Die Demonstrierenden wollen sich frei im Internet bewegen dürfen. So auch die 23-jährige Türkin Gülsen Gözmen.

Sie befürchtet, dass die Regierung einen zu großen Einfluss auf das Privatleben bekommt und sie die Bürger für dumm verkauft: „Die Regierung versucht uns dazu zu bringen, nur noch Hochzeitssendungen im Fernsehen zu schauen.“

Samet Celem

Samet Celem

Auch der freischaffende Filmkünstler Samet Celem, 27, übt Kritik an der restriktiven Politik Erdogans. „Mit Internetzensur entfernen wir uns Schritt für Schritt von der Demokratie.

Günisigi Suh

Günisigi Suh

Günisigi Suh ist 26 und studiert Pharmazie in Istanbul. Vorher hat er in einer Stadt im Osten der Türkei gelebt. „Zensur ist eine Art von Faschismus hier in der Türkei“, sagt er.

Yagmur Boztas

Yagmur Boztas

Seine Freundin Yagmur Boztas ist fast fertig mit ihrem Jura-Studium. Die 25-Jährige versteht nicht, dass die Demonstranten keinen Einfluss auf die Politik haben: „Ich kann nicht glauben, dass wir immer noch gegen diesen Scheiß protestieren!“
Von Franziska Winkler

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