Große Bands umsonst und draußen

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Jannik Rulitschka, Sascha Speidel und Johanna Schwille aus dem Organisationsteam des KuRT Festivals. Foto: KuRT e.V.

Jannik Rulitschka, Sascha Speidel und Johanna Schwille aus dem Organisationsteam des KuRT Festivals.
Foto: KuRT e.V.

Auf dem Bruderhausgelände in Reutlingen wird wieder gefeiert: Das KuRT-Festival beginnt am Donnerstag, 17. Juli, mit einem Poetry Slam. Am 18. und 19. Juli spielen dann zahlreiche Bands. Mit knapp 20 Acts aus Hip-Hop, Rock und Pop ist für jeden etwas dabei. Zum Beispiel treten Motrip, Heisskalt oder Sam auf, um nur einige der Bekanntesten zu nennen. Aber es ist auch eine gute Möglichkeit, um neue Bands kennen zu lernen. Warum es KuRT-Festival heißt und wie die jugendlichen Veranstalter an die auftretenden Künstler kommen, hat Jannik Rulitschka aus dem Organisationsteam in einem Interview beantwortet.

Das KuRT-Festival gibt es nun schon zum achten Mal. Wie ist das Festival entstanden?

Um in Reutlingen mehr kulturelle Angebote für Jugendliche zu schaffen, wurde 2007 von Jugendlichen der Verein „Kultur für Reutlingen e.V.“ (abgekürzt: KuRT) gegründet. Der Sinn ist, die Jugendkultur in Reutlingen direkt aus einer jungen Perspektive zu fördern. Als jährliches Highlight sollte es ein Festival geben, welches keinen Eintritt verlangt. Und so ist das KuRT-Festival entstanden.

Im vergangenen Jahr war das Gelände wegen  Bauarbeiten recht klein. Wird der Platz dieses Jahr wieder größer?

Ja, der Platz wird größer. Zwar sind die Baustellen des Kulturplatzes noch in vollem Gange, jedoch kann nun wieder auf dem vorderen Teil des Bruderhausgeländes (geschotterte Parkplätze) gefeiert werden. Wir hoffen dadurch auch, dass in diesem Jahr alle Besucher auf das Gelände gelassen werden können und wir keine Besucher wegschicken müssen.

Wie organisiert Ihre euch, und wie groß ist euer Team?

Wir sind ein ehrenamtlicher Verein mit grob 25 aktiven Mitgliedern, die sich wöchentlich treffen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass niemand Geld für seine Arbeit bekommt und jeder entweder noch in der Schule oder im Studium steckt oder arbeitet. Natürlich haben wir auch „alte Hasen“, dennoch sind unsere Mitglieder eher jung, so zwischen 15 und 33 Jahre.

Wie kann man mitmachen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, bei uns mitzuwirken. Wenn man richtig einsteigen möchte, kann man gerne in die wöchentliche Sitzung (immer sonntags um 18 Uhr im Haus der Jugend, Reutlingen) kommen. Möchte man nicht so viel Zeit investieren, kann man sich beim Festival auch gerne als Helfer melden. Das benötigte Online-Formular findet man auf unserer Festivalwebsite (www.kurt-festival.de).

Eure Topacts spielen normalerweise auf dem Splash! oder Summerjam. Wie kommt ihr an solche Künstler?

Über die Jahre hat man gute Kontakte mit den großen Bookingagenturen knüpfen können. Dadurch hat man oft die Möglichkeit, die Gagen etwas zu drücken, um so an Top-Künstler zu gelangen.

Bekommen alle auftretenden Künstler Gage ?

Ja, so gut wie jeder Künstler erhält eine Gage. Zwar meinen viele, dass die Künstler auf einem Umsonst-&-Draußen auch für umsonst spielen, doch leider ist dem nicht so. Die Gagen sind nur minimal geringer als bei einem Festival mit Eintritt.

Wie finanziert Ihr euch?

Neben Geldern vom Land sowie der Stadt Reutlingen haben wir viele langjährige Sponsoren wie die Kreissparkasse Reutlingen und die Handwerkskammer Reutlingen gewinnen können. Wir freuen uns natürlich sehr, Sponsoren gefunden zu haben, die gerne in die Jugendkultur investieren und unsere Arbeit schätzen.

Die Resonanz ist immer sehr positiv. Was außer Spaß wollt ihr den Besuchern noch mitgeben?

Unser Grundgedanke ist natürlich, ein Festival anzubieten, welches keinen Eintritt verlangt, um jedem ein unvergessliches Wochenende zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass man sich mit seinen Freunden bei einem kühlen Getränk treffen kann. Wir freuen uns immer sehr, wenn das Festival gut verläuft und wir durch unsere Arbeit Leute glücklich machen.

Die Fragen stellte Marvin Graewert, 18

Das Programm gibt es unter http://www.kurt-festival.de

 

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Marvin Graewert

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