Französisches Flair in Rottenburg: Open Air mit Zaz

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zaz„Ich will Liebe, will Freude, will gute Laune“: Auf dem Eugen-Bolz-Platz war es  ganz schön laut. Das lag an der einzigartigen Musik der französischen Sängerin Zaz, die mit bürgerlichem Namen eigentlich Isabelle Geffroy heißt. Nachdem Special Guest Joe Bel bereits das Publikum für sich eingenommen hatte, stand Zaz auf der großen Bühne des zweiten Rottenburger Sommer-Openairs. Zaz, die als „Frankreichs größte Chanson-Hoffnung“ gesehen wird, hat den Erwartungen der Konzertbesucher sicherlich entsprochen, wenn nicht sogar diese um einiges übertroffen.

Als die Konzertbesucher den Eugen-Bolz-Platz füllten, stieg die Spannung. Egal ob wirkliche Zaz-Fans oder einfach Leute, die „einen schönen und stimmungsvollen Abend mit ein bisschen Tanz“ verbringen wollten, jeder freute sich, diese Sängerin endlich live zu erleben. Zunächst trat jedoch die noch etwas unbekannte Vorgruppe mit der Sägerin Joe Bel auf die Bühne. Nun stand eine junge rothaarige und hübsche Frau vor uns, es wurde still… Wer ist das? Wird sie uns begeistern? Der erste Ton machte es für jeden klar: „Sie kann es! “ Mit ihren englischen Songs, etwa „Stronger“ oder „Cold Ten“, nahm sie das Publikum in ihren Bann. Das lag vielleicht an den Aussagen („faith for love“ und „I am proud … I am proud of my self!“) oder an ihrer offen und ehrlich wirkenden Art, sich mit dem Publikum zu verständigen. Und es hat ihr auch selbst gefallen, in Rottenburg zu performen, wie sie auf Nachfrage bestätigte: „ Great, it was great, everyone was smiling, everybody was happy and had fun. We had a great time!“ Dieser Meinung waren auch Renaud, der Pianist, und Ben, der Gitarrist. Zusätzlich erwähnten beide Bandmitglieder: „ We can eat very good food and drink good beer here.“

Doch nun zu Zaz: Nach ungeduldigen Pfiffen und Schreien, die die Spannung nur erhöhten, betraten Pianist, Gitarrist, Saxophonist, Trompeter und Schlagzeuger gut gelaunt und passend gekleidet die Bühne. Und dann endlich die Sängerin selbst. Jung, temperamentvoll, lächelnd war sie auf einmal dort oben. Was für eine eindrückliche Stimme! Die Boxen wummerten, während Zaz und ihre Band Songs, gemischt aus Jazz, Soul, Blues, Chanson und Pop, präsentierten. Gut, Zaz singt und spricht französisch, aber ihre einzigartige Bühnenpräsenz und dass sie es liebt zu singen, zu tanzen, zu springen und zwischendurch mal mit ihren Bandkollegen leicht zu flirten, versteht man auch in Rottenburg. Das Publikum, ab ungefähr 14 Jahren aufwärts in allen Altersgruppen vertreten, war nicht mehr zu halten. Jeder lächelte und fing an zu tanzen oder mitzuwippen. „Ihre Texte sind sehr tiefgründig, sie bringt eine Botschaft ins Publikum“, sagten Lauille-Isabey und Anette, die beide extra von weit her gefahren waren. Deutsch kann Zaz nicht sprechen, trotzdem gab sie sich außerordentliche Mühe mit Sätzen wie: „Bitte mitsingen, wer euch traut!“, „lautaaaa!!!“ und „Salsaa!“, „Taanzen!“. Die Solos der nicht ganz so üblichen Instrumente – Kontrabass, Mundharmonika, Drehorgel  – und (so schön ausgesprochen) der „Gitarrööö“ verliehen dem Auftritt von Zaz einen ganz eigenen Charakter.

Die Menge tobte am meisten, als  bekannte Lied „Je veux“ gespielt wurde, da konnten selbst diejenigen mitsingen, die von Französisch nicht viel verstanden: „Je veux d’l’amour, d’la joie, de la bonne humeur, / C’n’est pas votre argent qui f’ra mon bonheur“ („Ich will Liebe, will Freude, will gute Laune / Euer Geld wird mich nicht glücklich machen“).

Nina Stoll, eine  Jugendliche, die von Zaz vorher nur im Französischunterricht gehört hatte, äußerte sich hinterher so: „Die Frau ist voll geil drauf und einfach sie selbst…das ist cool.“ Nach dem Konzert sagten Phillip (29) und Anna (23): „Schon die Vorband war stark. Diese Atmosphäre, hier von den Häusern umringt und der Mond über uns, macht schon einen Großteil des Konzerts aus.“ Henriette Rilling hätte gar nicht erst gedacht, dass Zaz ihre französischen Songs so gut auf die Bühne bringt.

Mein Fazit: ein gelungener Abend, an den man mit einem Lächeln  im Gesicht und einem leisen „Merci“ an Joe Bel und natürlich an ZAZ zurückdenken wird.

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Stella Reinartz

Geboren bin ich 1998 in Köln, heute wohne ich in Haigerloch und gehe auf die St. Klara Schule in Rottenburg. Ich habe Spaß am Schreiben, daher bin ich nach meinem Praktikum beim "Schwäbischen Tagblatt", beim Flugplatz gelandet. 🙂
  • Shanti

    Frei und jugendfrisch geschrieben. – Weiter so, Stella!