FLUGPLATZ-Test-Essen in der Mensa Morgenstelle – und ein Blick hinter die Töpfe

Von am

mens3 Mensen, 11 Cafeterien: In Tübingen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, günstig auswärts zu essen. 3200 Hauptessen an einem Tag und 500.000 Essen pro Jahr wandern allein in der Mensa Morgenstelle über die Theke. FLUGPLATZ hat mal mitgegessen: Balkan-Teller. Hmmmm.

Dobar tek! Denn für mich gibt es heute in der Tübinger Uni-Mensa Morgenstelle einen veritablen Balkan-Teller – mit diversem Fleisch und Reis und einem Blattsalat zur Beilage. Anfangs bin ich irritiert, dass die Soße unter das Essen und nicht oben drüber kommt – jedoch kann mich das Hauptgericht angesichts dessen, was ich sonst von anderen Mensen kenne, durchaus überzeugen. Einzig der Salat ist optimierungsfähig – er könnte wirklich ein bisschen frischer sein.

Rund 35 Prozent der Studierenden, so Wolfgang Hospach von der so genannten „Stabstelle Planung Hochschulgastronomie“ des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim, aber auch Schüler und Professoren gehen regelmäßig in die Mensa. Hier wird gegessen und sich über Neuigkeiten ausgetauscht. Doch was passiert, bevor die Essen auf den Tellern landen?

50 Angestellte – davon 40 in der Küche – sorgen allein in der Mensa Morgenstelle für Essen zwischen 11.30 und 14 Uhr. Die Lebensmittel kommen morgens über den Wareneingang an. Für die Köche der Mensa Morgenstelle beginnt der Tag sogar bereits um 6 Uhr früh – weil die Mensa Morgenstelle auch andere Essens-Ausgabestellen in der Region beliefert, die keine eigene Küche besitzen.

Später erst wird das Essen für den regulären Mensabetrieb gekocht: Die Lebensmittel, die hier verwendet werden, sind zum Teil aus Biobetrieben – allerdings nicht vollständig. Das Budget vieler Studenten sei beschränkt und so fänden teurere Produkte nur wenig Anklang, sagt Hospach. In der Küche der Mensa steht hinter jeder Ausgabe ein Kochblock, der sich in seiner Ausstattung außer in der Größe kaum von der einer normalen Küche unterscheiden. Von diesen Blocks aus können Küchenmitarbeiter den Bedarf an den Essensausgaben überblicken.

Das verwendete Geschirr, das Schwarzgeschirr, wird in die Spülküche für das Schwarzgeschirr gebracht. Der Name stammt übrigens aus Zeiten, in denen die Töpfe noch aus schwarzem Gusseisen bestanden. Heute, in Zeiten von Aluminium und Edelstahl, wäre der Begriff Silbergeschirr passender. Das Essen kommt schließlich an die Ausgabe. Hier können sich die hungrigen Studenten, Schüler oder auch ein einzelner Redakteur ihr Menü für den Mittag zusammenstellen und bezahlen schließlich mit ihrer Mensakarte beim Ausgang. Über diese Karte wird auch erfasst, wieviel alle Gäste des Tages konsumiert haben. Nach dem Essen einen Kaffee trinken oder etwas süßes Essen ist übrigens auch kein Problem – da direkt neben der Mensa eine der 11 Cafeterien ist, in der man neben recht gutem Bio-Kaffee auch ein alternatives Essen bekommt.

Mit dem Essen können die hungrigen Esser in dem 1000 Plätze fassenden Hauptraum der Mensa niederlassen und ihre Mittagspause verbringen. Auf mich persönlich wirkte der Raum etwas sehr groß und kühl. Das hier verwendete Geschirr, das Weigeschirr, kommt aus hygienischen Gründen in eine zweite Spülküche. Übrigens: Wer Essensreste hat, lässt diese auf dem Teller – denn sie werden über ein spezielles Entsorgungssystem zu Biogas verarbeitet.

The following two tabs change content below.

Christoph Beyer