Blog statt E-Mail

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peru

Peru, von Einheimischen gezeigt. Bild: Toni Mey

Bloggen ist nur für Regimegegner, Verschwörungstheoretiker oder Promis? Nein, es ist auch ein Medium um Freunde, Verwandte und Unterstützer zu erreichen.

Vor gut einem Jahr stellte ich meinen ersten Blog online. Der Grund: Ich plante ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru und wollte möglichst viele Menschen für mein Projekt gewinnen. Zusammen mit persönlichen Briefen an Freunde und Bekannte und einem Artikel in meiner Schulzeitung, veröffentlichte ich in diesem Blog eine Beschreibung meiner Arbeitstelle mit einem Spendenaufruf. Mit Erfolg, einige Wochen später hatte sich ein breiter Spenderkreis aufgebaut.

Um den Spendern zu zeigen, was sie mit ihrem Beitrag möglich gemacht haben, führe ich während meines Dienstes einen Blog.

Eigentlich ist es ziemlich leicht einen Blog zu erstellen. Normalerweise ist es kostenlos, allerdings nutzen einige Anbieter die Seiten, um mit Werbeanzeigen Geld zu verdienen. Bei meinem ersten Blog ging dies soweit, dass nicht nur an den Rändern Werbung blinkte, sondern sogar zwischen meinen Einträgen. Ich wechselte den Anbieter und verlinkte den neuen Blog auf der alten Seite.

Mein Blog ist in drei Hauptseiten gegliedert, „Startseite“, „Meine Arbeitsstelle“ und „Mein Zuhause,“ so versuche ich ein möglichst breites Bild meines Aufenthaltes in Peru zu vermitteln.

Ein Blog ist frei für jeden lesbar, damit steigt natürlich auch die Verantwortung des Bloggers. Wie kommen die Nachrichten, die ich hier in Peru schreibe auf der anderen Seite der Welt z.B. in Deutschland an? Über Kakerlaken-Besuche auf dem Mittagstisch, oder ähnliches schreibe ich, wenn überhaupt, nur sehr vorsichtig. Allzu schnell werden sonst neue Vorurteile gebildet und gerade über diese versuche ich ja aufzuklären.

Anders als bei einem politischen Blog versuche ich möglichst wenige meiner Eindrücke zu bewerten, so kann sich der Leser seine eigene Meinung bilden. Wer sich als Blogger allerdings in allgemeinen Reiseberichten verliert, hofft vergebens auf das Interesse der Leser. Umso lesenswerter sind persönliche Erfahrungen und kuriose Geschichten aus dem Alltag: „Am vergangenen So. bin ich beim Bus fahren durch ein lautes Gegackere aufgeschreckt worden. Als es sich wiederholte konnte ich die grobe Richtung orten, es kam wohl aus der Tasche einer nicht weit von mir sitzenden Dame. Sollte diese Frau wirklich ein Huhn in ihrer Handtasche transportieren? Wohl eher ein Handy. Doch bei der nächsten Kurve, wurde das gackern lauter und eindringlicher und die Frau schien weder Nachrichten oder Anrufen entgegennehmen zu wollen.

Es musste also ein echtes Huhn sein. Als der Bus bei einer roten Ampel bremste und sich das Huhn erneut meldete, löste sich das Rätsel: Neben der Frau entdeckte ich einen Mann, der in seiner etwas robusteren Plastiktasche wirklich ein Huhn transportierte.“

Natürlich ist es nicht leicht sich gerade in aufregenden Zeiten hinzusetzen und all die Erlebnisse in Worte zu fassen. Hier kommt eine weitere Stärke des Blogs ins Spiel: Fotos, Videos und Links können kinderleicht in die Texte eingefügt werden.

Und wenn gar keine Zeit zum schreiben bleibt, dient eine Galerie zur anschaulichen Darstellung. Einziger Haken: Wer beim Reisen natürlicherweise mehr Fotos schießt als bei der täglichen Arbeit, wird schnell als Faulenzer dargestellt.

Ich gehöre nicht zu den Bloggern die fast täglich veröffentlichen, was ihnen auf dem Herzen liegt und sich an ihren „Klickzahlen“ messen. Mein Blog wartet manchmal Wochen auf einen neuen Eintrag. Trotzdem habe ich bis jetzt nur positive Rückmeldungen auf meinen Blog bekommen. Freunde, Verwandte und eben jene, die mich bei meinem Jahr in Peru unterstützt haben, kommentieren oder melden sich direkt bei mir, um noch eine Anmerkung zu machen oder etwas nachzufragen.

In meinem Fall ist der Blog also ein gutes Medium, um über besondere Erlebnisse zu berichten und über eine schön gestaltete Seite den Lesern einen Teil meiner Welt zu zeigen.

Interessiert wie mein Blog aussieht? Schaut einfach bei toniperu.wordpress.com vorbei!

 

 

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Toni Mei

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