Bilder, die die Welt bedeuten

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Sophia Juraschitz
Bild: Metz

FLUGPLATZ-Autorin Sophia Juraschitz über das Foto-Netzwek Instagram.

Ein junger Mann sitzt in einem Restaurant und postet Fotos von seinem Essen. Etwas vollkommen Normales im Zeitalter von Instagram, Snapchat und anderen Diensten. Es ist ganz selbstverständlich, dass jeder sich und sein Leben im Internet präsentiert – und dieser Trend begann schon, bevor Instagram und Snapchat online gingen.


Instagram ist eine kostenlose App, über die man Fotos und Videos mit anderen Personen teilt. Im April 2012 kaufte Facebook den Dienst für die unwahrscheinlich hohe Summe von rund einer Milliarde Euro – und damals hatte Instagram gerade mal zwölf Mitarbeiter. Doch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte mal wieder einen guten Riecher: Instagram entwickelte sich zu einer der meist genutzten sozialen Seiten. Weltweit soll der Dienst momentan rund 700 Millionen Nutzer haben, davon rund 11 Millionen in Deutschland.

Die App Snapchat indes hat angeblich rund 150 Millionen aktive Nutzer weltweit. Ein Drittel davon stammt aus Europa – und in Deutschland nutzen immerhin 5 Millionen Menschen den Dienst. Besonders an Snapchat ist, dass die geteilten Fotos nur für wenige Sekunden von den Betrachtern angeschaut werden können. Snapchat richtete auch die Story-Funktion ein, durch die man sein Alltagsleben sowie besondere Erlebnisse festhält. Im Gegensatz zu Instagram weigerte sich Snapchat, an Facebook zu verkaufen – woraufhin Facebook viele Funktionen von Snapchat kopierte und beispielsweise die so genannten „Stories“ von WhatsApp und Instagram einführte.

Das erste Selfie soll um das Jahr 2004 entstanden sein – und seitdem entwickelte sich diese bestimmte Art, sich selber darzustellen, zu einem weltweiten Trend. Es entstanden verschiedenste Selfie-Arten: Selfies beim Sport. Auf einer Party. Im Urlaub. Oder einfach aus Langeweile. Alles wird dokumentiert und im Internet mit den Freunden oder sogar mit der ganzen Welt geteilt. Um ein herausragendes Foto von sich zu schießen, nehmen manche Menschen sehr viel auf sich: Leute fotografieren sich zusammen mit wilden Tieren oder posieren auf Bahngleisen.

Zeigt dieser Trend der Selbstdarstellung nicht die Neigung zu Selbstverliebtheit bis zum Narzissmus in unserer Gesellschaft? Diese kritische Frage stellen viele Medienpsychologen – denn ein Internet-Nutzer hofft doch stets, dass das eigene Foto besonders viele „Likes“ erhält. Bei Jugendlichen könnte man wohl auch sagen, dass diese Art, auf Anerkennung zu warten, oft ein Zeichen von Unsicherheit ist. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, sein Leben nicht von Likes leiten zu lassen.

Instagram und Snapchat können durchaus auch als Zeitvertreib dienen – und tun das wohl auch in den meisten Fällen. Laut einer Studie verbringen Instagram-Nutzer durchschnittlich 21 Minuten pro Tag auf Instagram. Wie viel Zeit man doch damit verwendet, lustige Videos anzuschauen oder Fotogalerien von Promis durchzuklicken!

In Deutschland haben Fußballer und YouTuber die meisten Follower auf Instagram. YouTuber verdienen ihr Geld durch Werbung für Produkte: Umso mehr Follower sie haben, desto mehr Geld verdienen sie pro Werbepost. Hat ein Instagram-Star wie Bibi etwa 5 Millionen Fans, so verdient er pro Werbepost geschätzte 20000 Euro – eine ungeheuerliche und auch fragwürdige Summe!

von Sophia Juraschitz

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